Vorwort und Idee

An dem Projekt Ministadt Schleswig haben viele Menschen mitgearbeitet. Manche wissen bis heute noch nicht, dass für die Ministadt ein eigener virtueller Server im Internet entstand. Ihre Arbeiten, die in den verschiedensten Formen publiziert wurden, waren Grundlage für die Zusammenfassung des geschichtlichen Teils dieser Präsentation.

Der engagierte Mitarbeiter der Ministadt Baumaßnahme, Wolfgang Weihe, hat aus ganz persönlichem Interesse in den Archiven geblättert und zusammengetragen, was ihm wichtig erschien im Zusammenhang mit der Ministadt.
Ihm verdanken wir also hier den geschichtlichen Informationsteil dieser Online-Präsentation.
Wer mehr wissen möchte, muss sich in der einschlägigen Literatur schlau machen.

Die Vollendung wird noch einige Jahre in Anspruch nehmen. Alle, die daran mitarbeiteten hoffen, dass die Mittel weiter bewilligt werden, um dieses für Schleswig-Holstein einmalige Projekt fortzuführen.

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Und allen, die sich begeistert hinter diese Idee gestellt haben, für sie gekämpft und sich engagiert haben, sei an dieser Stelle herzlich gedankt.

Die Idee

Auf der Suche nach Hilfen und Lösungen für die Arbeitslosen im Kreis Schleswig-Flensburg finden sich Vertreter der Stadt Schleswig, der Kreishandwerkerschaft Schleswig und der Leiter des Arbeitsamtes Schleswig im Frühjahr 1991 zusammen.
Die Möglichkeiten, Langzeitarbeitslosen eine sinnvolle Tätigkeit zu vermitteln, werden diskutiert und die Maßnahmen anderer Regionen geprüft.

Eine Delegation besucht im Mai 1991 Varde in Dänemark. Die dortige ''Minibyen'' könnte Vorbild für ein ähnliches Projekt in Schleswig sein.
Mit der Gründung des ''Bildungsvereins Handwerk e.V.'' im Oktober 1991 durch die Kreishandwerksmeister, die Innungen und Handwerksmeister werden die Weichen gestellt.
Zur Vermittlung der feinhandwerklichen Fertigkeiten und Kenntnisse in den Bereichen Bau, Holz und Metall, soll die mittelalterliche Stadt Schleswig als ''Ministadt'' originalgetreu im Maßstab 1:10 nachgebaut werden.

Mit großzügigen Spenden und auf einem städtischen Grundstück kann im Dezember 1991 mit dem Bau einer Werkhalle begonnen werden. Für die erste Arbeitsbeschaffungs-Maßnahme ergehen zu diesem Zeitpunkt die Bewilligungsbescheide durch das Arbeitsamt und das Sozialministerium.
Im Januar 1992 erfolgt die Einstellung von 15 ABM-Kräften. Zusätzliche EG-Mittel werden im Dezember 1992 bewilligt. Es können weitere 13 Mitarbeiter vom Bildungsverein Handwerk e.V. eingestellt werden.
Durchschnittlich 30 ABM-Kräfte sind beim Bau der Ministadt tätig.

Seit August 1998 hat sich die Zusammensetzung der Mitarbeiter etwas verändert. 13 BSHG-Kräfte aus dem Kreis Schleswig-Flensburg sind neben 20 Mitarbeitern tätig.

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Aus der Presse vom 20. Mai 2000:

Der Vater der Ministadt geht in den Ruhestand
Egon Sowa (links im Bild) gab nach fast zehnjähriger Tätigkeit sein Amt als Vorsitzender des Bildungswerk Handwerk e.V. an Günter Lorenzen ab. In einer Feierstunde in der Tolk-Schau würdigten zahlreiche Weggefährten Egon Sowas Einsatz für die im Aufbau befindliche Ministadt. Zugleich wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Rund 40 Gäste waren auf das Gelände des Freizeitparks gekommen, wo bereits 100 Häuser aus dem spätmittelalterlichen Schleswig im Maßstab 1:10 aufgebaut sind. 350 Häuser sollen es eines Tages sein.
"Einen Menschen wie Egon Sowa kann man gar nicht verabschieden", meinte Kreishandwerksmeister Hans-Christian Langner. Man könnte ihm nur für seinen Einsatz danken.
Mit dem Projekt Ministadt habe er Langzeitarbeitslosen eine Zukunft gegeben, die es wegen eingeschränkter Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt schwer haben sagte der Dienststellenleiter des Schleswiger Arbeitsamtes Karl-Heinz Kirberger.

Sogar bisheriger Stellvertreter, Alfred Wriedt, erinnert an die kommunalpolitischen Wirren, in welche die Ministadt in den zurückliegenden Jahren geraten war. Auf der Suche nach einem geeignetem Standort schien es zeitweise sogar, als würden die Modellhäuschen ins Freilichtmuseum Molfsee bei Kiel abwandern.

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Der neue Vereinsvorsitzende Günter Lorenzen (rechts im Bild) sagte, die Verhandlungen mit der Stadt Schleswig über ein Grundstück für die Ministadt seien - im Nachhinein betrachtet - "Gott sei Dank gescheitert"!

Auf dem Gelände der Tolk-Schau könne der Verein die vorhandene Infrastruktur nutzen.
Sowa blickte nicht ohne Stolz auf seine Tätigkeit zurück. Fast die Hälfte der ABM-Teilnehmer seien nach Abschluss der Maßnahme in den regulären Arbeitsmarkt eingegliedert worden.
63.500 Arbeitstage seien seit der Vereinsgründung geleistet worden, rechnete er vor. "Als wir vor fast 10 Jahren den Verein gründeten, konnten wir nicht vorhersehen, wohin das führen würde".

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